Lichtrichtungen

Vorderlicht

Das Vorderlicht beleuchtet eine Person von vorne. Der vertikale Winkel (die Steilheit) der Lichtquelle bestimmt den Schattenwurf und die Plastizität der Person. Mit einem vertikalen Winkel von 30° bis 45° lässt sich eine optimale Personenausleuchtung erreichen, die in etwa den natürlichen Lichtverhältnissen in der Natur entspricht. Ein mit großzügigem Vorderlicht aufgehellter Raum suggeriert Weite, Klarheit und plakative Vordergründigkeit. Wird der vertikale Winkel kleiner (flacher), vergrößert sich der Schattenwurf der Person bei gleichzeitiger Verringerung der Gesichtsschatten (z. B. Nasenschatten). Personen mit flacher Ausleuchtung von vorne erscheinen strukturlos und kontrastarm. Der Personen-Umgebungs-Kontrast ist bei direktem Vorderlicht am geringsten. Es entsteht ein wenig plastischer Raumeindruck, der keine Tiefe vermittelt.

Oberlicht

Der vertikale Winkel (die Steilheit) des Oberlichts ist sehr groß. Der Schattenwurf einer Person ist sehr gering. Die Augenhöhlen und Teile des Gesichts werden jedoch wegen des steilen Einfallwinkels nicht oder nur unzureichend beleuchtet. Oberlicht schafft Lichtübergänge vom Vorderlicht zu Seitenlicht und kann unter bestimmten Voraussetzungen eine offene Raumatmosphäre suggerieren.

Kopflicht

Beim Kopflicht ist eine Lichtquelle senkrecht über einer Person angeordnet. Der Schattenwurf der Person auf den Boden ist minimal, wobei große Teile der Gesichtspartien im Dunkeln bleiben. Nase und Kopf werfen deutliche Schatten auf den übrigen Körper. Kopflicht eignet sich nur sehr begrenzt für eine Personenausleuchtung und kann am besten zur Erzeugung von bestimmten Effekten eingesetzt werden.

Gegenlicht

Die Lichtquelle befindet sich hinter der Person und leuchtet diese auf der Rückseite an, wobei ein Schatten nach vorne geworfen wird. Gegenlicht schafft eine überzeugende Raumtiefe. Die Person wird durch die starke Konturzeichnung des Gegenlichts vom Hintergrund abgehoben. Mit Gegenlicht können sehr dramatische Effekte erzielt werden. Durch Umkehr der Licht- und Schattenwirkung aus der Betrachterposition können abstrakte Darstellungsweisen erzeugt werden.

Seitenlicht

Das Seitenlicht beleuchtet eine Person von der Seite mit einem vertikalen Winkel von 30° bis 45°. Seitenlicht bewirkt einen besonders plastischen Effekt und vermittelt eine gute räumliche Tiefe. Die seitlichen Körperpartien einer Person werden dabei besonders hervorgehoben.

Gassenlicht

Das Gassenlicht ist ein extrem flach angeordnetes Seitenlicht und vergrößert den plastischen Effekt des Seitenlichts.

Unterlicht, Fußlicht

Diese Lichtrichtung beleuchtet eine Person oder einen Raum von unten. wobei ein extremer Schattenwurf auf der Rückwand entsteht. Eine mit Unterlicht beleuchtete Person erscheint dabei unnatürlich und erzeugt einen theatralischen, überhöhten Effekt. Die mit Unterlicht erzeugten Stimmungen wirken oft unrealistisch, übersteigert, phantastisch oder mystisch. Durch die direkte Beleuchtung von unten ist das Kontrastverhältnis der Person sehr gering.

Horizont-/Hintergrundlicht

Das Horizontlicht dient zur Akzentuierung von Dekorations- und Bühnenteilen im hinteren Bereich eines Raums. Mit dem Hintergrundlicht wird eine räumliche Tiefe erzeugt. die für den Gesamteindruck einer Szene sehr wichtig ist. Das Hintergrundlicht setzt den Kontrastumfang zwischen Vorder- und Hintergrund herab und kann einen interessanten visuellen Gesamteindruck herstellen.